Zecken eine Kleben

Mike Moldenhauer gründet Firma in Aßlar. Manches heute große Unternehmen, auch in der Region, hat in einer Garage angefangen. Daher hofft Mike Moldenhauer, dass auch seine kleine Firma einmal groß rauskommt. Der 31-Jährige hat in Aßlar „DieZeckenfalle.de“ gegründet.

Der Name ist Programm und Internetadresse. Vor anderthalb Jahren hat Moldenhauer, der als Außendienstler im Vertrieb Erfahrung sammelte, begonnen, sich mit dem Thema zu befassen. Seit 1. April ist das Produkt in den Läden, sind Großhandel und Vertrieb angelaufen.

Bis dahin hatten er, seine Familie – Vater Moldenhauer hat etwa die hölzernen Aufsteller geschreinert – und Freunde in Wohnzimmer und Garage die ersten 20 000 Zeckenfallen in Heimarbeit zusammengebaut. Die fünf Komponenten kamen von Zulieferern aus ganz Deutschland nach Aßlar, wo sie zur Falle montiert und verpackt wurden (und werden).

Sollte das Geschäft richtig anspringen, will der Jungunternehmer die Montage ans Stephanuswerk Wetzlar abgeben.

Die Zeckenfalle ist eine flache grüne Kunststoffdose, darin befindet sich ein Lockstoff. Was sich anhört wie ein eher unappetitliches Rezept, begeistert die kleinen Plagegeister: Stark verdünnte Butansäure in einer Talgstoffkombination gebunden. Drei seitliche Löcher lassen den Lockstoff hinaus – und die Zecken hinein; diese verkleben dann dank eines umweltfreundlichen Acryldispersionshaftklebers auf Wasserbasis und sterben, ganz ökologisch, ohne Gifteinsatz ab. Wenn die vier Wochen Wirkzeit vorbei sind, wirft man die Dose (Ladenpreis 5,95 Euro) einfach in den Hausmüll. Die Falle werde Zecken zum Verhängnis, nicht Ameisen oder Bienen, sagt der 31-Jährige.

Der Lockstoff zeigt seine Wirkung auf bis zu 400 Quadratmetern

Der Lockstoff entfaltet auf rund 400 Quadratmetern seine Wirkung, wobei man den Zecken schon etwas Zeit lassen müsse, um die Falle zu erreichen, so schnell seien sie nicht, stellt Mike Moldenhauer grinsend fest. Die Falle soll man an der Grundstücksgrenze aufstellen, um die Spinnentiere vom Grundstück und nicht aufs Grundstück zu locken.

Die Geschäftsidee scheint zu funktionieren, mittlerweile verzeichnet der Aßlarer etwa 300 Abnehmer, vor allem Apotheken, Baumärkte und Zoofachgeschäfte. Aber auch bei Amazon und Ebay werde man fündig, sagt er. Und im Herbst will die Wetzlarer Firma „Inkosmia“, eine Art Brücke zwischen Pharmaunternehmen und dem deutschen Apothekenmarkt, das Produkt auf der Fachmesse in München bewerben und Vorbestellungen einholen, denn das Geschäft mit der Zecke ist ein Saisongeschäft, das weiß natürlich auch der Firmeninhaber.

Und derzeit haben Zecken Konjunktur. Und Moldenhauer, selbst zweifacher Vater, hat deshalb in Aßlar die Aktion „Zeckenschutz im Kindergarten“ gestartet. In Aßlarer Kindergärten werden Kinder über Zecken und den Umgang mit ihnen informiert. Als Draufgabe bekommen die Kitas vier Zeckenfallen fürs Außengelände.

 

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Dokument erstellt am 23.06.2010 um 17:31:23 Uhr
Letzte Änderung am 23.06.2010 um 17:49:02 Uhr

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